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Staatsangehörigkeit

Staatsangehörigkeitsausweis

Staatsangehörigkeitsausweis, © Ute Grabowsky / photothek.net

Artikel


Allgemeine Hinweise

Dem deutschen Staatsangehörigkeitsrecht liegt im Gegensatz zum salvadorianischen hauptsächlich das Abstammungsprinzip zu Grunde. Das bedeutet: Nur wer deutsche Vorfahren hat, erwirbt die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Geburtsort in Deutschland allein vermittelt dagegen noch nicht die deutsche Staatsangehörigkeit.


Im Gegensatz zur salvadorianischen Staatsangehörigkeit kann die deutsche Staatsangehörigkeit auch leicht verloren gehen, z.B. durch Einbürgerung in einen anderen Staat.


Daher ist bei der Antragstellung folgendes nachzuweisen:

  • durch Geburts- und Heiratsurkunden die lückenlose Abstammungskette von dem Vorfahren, von dem man die deutsche Staatsangehörigkeit ableiten möchte.
  • dass die deutsche Staatsangehörigkeit in der Stammlinie nicht verloren ging.

Folgende Fragen sollen Ihnen bei der Überprüfung, ob Sie die deutsche Staatsangehörigkeit bereits besitzen - oder wie Sie sie erwerben können - helfen. Um festzustellen, ob Sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, muss in der Regel ein Staatangehörigkeitsausweis beantragt werden. 


Wir bitten um Verständnis, dass Detailfragen zum komplexen deutschen Staatsangehörigkeitsrecht nicht ohne Einsicht in die Unterlagen per Telefon oder Mail erörtert werden können.


Sollten Sie die Antwort auf Ihre Fragen hier nicht finden, sprechen Sie bitte mit allen Unterlagen persönlich in der Botschaft vor.

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Erwerb durch Abstammung


1. Abstammung vom deutschen Elternteil


Kann ich die deutsche Staatsangehörigkeit gleichberechtigt von Vater und Mutter ableiten ?


Wer als eheliches Kind geboren ist, kann die deutsche Staatsangehörigkeit bei Geburt bis zum 31.12.1974 ausschließlich von dem deutschen Vater ableiten.

Bei Geburt seit dem 1.1.1975 können eheliche Kinder die Staatsangehörigkeit auch von der deutschen Mutter ableiten.


Wer als nicht eheliches Kind geboren ist, kann die deutsche Staatsangehörigkeit bei Geburt bis zum 30.06.1993 ausschließlich von der deutschen Mutter ableiten.

Bei Geburt seit dem 01.07.1993 können nicht eheliche Kinder die Staatsangehörigkeit auch vom deutschen Vater ableiten, wenn die Vaterschaft nach deutschem Recht wirksam festgestellt ist.


Regelung für Altfälle


Vor dem 1.1.1975 geborene eheliche Kinder deutscher Mütter konnten bis zum 31.12.1977 die deutsche Staatsangehörigkeit durch Abgabe einer Erklärung erwerben. Eine spätere Abgabe der Erklärung ist nicht mehr möglich, auch wenn die deutsche Staatsangehörigkeit der Mutter erst nach dem 31.12.1977 festgestellt wurde.

Vor dem 1.7.1993 geborene nicht eheliche Kinder deutscher Väter können die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben

  1. wenn die Vaterschaft nach deutschem Recht wirksam festgestellt ist
  2. das Kind sich drei Jahre lang rechtmäßig in Deutschland aufgehalten hat und noch aufhält
  3. das Kind in dieser Zeit noch nicht 23 Jahre alt geworden ist.

2. Legitimation (bis 30.06.1998)


Die Legitimation machte aus nicht ehelichen Kindern eheliche.

Neben der Möglichkeit des Ausspruches der Legitimation durch ein deutsches Gericht war der häufigste Fall der Legitimation die nachfolgende Eheschließung der Eltern. Neben der wirksamen Eheschließung muss also auch festgestellt sein, wer nach deutschem Recht die Eltern des nicht ehelichen Kindes sind. Im Einzelfall kann der Nachweis der wirksamen Legitimation schwierig sein. Diese Fälle sollten direkt mit dem zuständigen Sachbearbeiter in der Botschaft besprochen werden.


3. Adoption als Minderjähriger


Seit dem 1.1.1977 erhält das minderjährige Kind (= vor Vollendung des 18. Lebensjahres) mit einer nach deutschen Gesetzen wirksamen Adoption durch einen Deutschen die deutsche Staatsangehörigkeit.


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probe


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Einbürgerung


Durch die Einbürgerung wird einem Ausländer erstmals und erst ab dem Zeitpunkt der Aushändigung der Einbürgerungsurkunde die deutsche Staatsangehörigkeit verliehen.

Ab der Einbürgerung kann der Deutsche die deutsche Staatsangehörigkeit durch die in Nr. 1 bis 3 geschilderten Fallgruppen weitervermitteln, also auch an seine nach der Einbürgerung geborenen Kinder.


Bei den Einbürgerungen sind zwei Fallgruppen zu unterscheiden. Aus verschiedenen Gründen kann ein Ausländer einen Einbürgerungsanspruch erworben haben, zum Beispiel durch Abstammung von einem früher aus politischen Gründen ausgebürgerten Deutschen.


Ob ein Einbürgerungsanspruch vorliegt, sollte direkt bei einer Vorsprache in der Botschaft geklärt werden.


Daneben gibt es die Möglichkeit der Ermessenseinbürgerung. Sie ist dann möglich, wenn der Einbürgerungsbewerber u.a. die deutsche Sprache beherrscht, in den deutschen Kulturkreis eingebunden ist, die Grundzüge der Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland kennt und wenn ein öffentliches Interesse an der Einbürgerung besteht. Die Ermessenseinbürgerung ist gebührenpflichtig.


Eine persönliche Vorsprache in der deutschen Botschaft ist unerlässlich.

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Beibehaltung


Welche Verlustgründe könnten dazu geführt haben, dass ich die deutsche Staatsangehörigkeit nicht mehr besitze?


Weitere Auswirkungen hat der Verlust dann natürlich auch auf später geborene oder adoptierte Kinder des Betroffenen. Wer nämlich die deutsche Staatsangehörigkeit im Zeitpunkt der Geburt seines Kindes nicht (mehr) besitzt, kann sie auch nicht mehr an das Kind weitergeben. Daher ist bei der Feststellung der Staatsangehörigkeit über mehrere Generationen lückenlos nachzuweisen, dass kein Verlusttatbestand eingetreten ist.


1. Einbürgerung in einen fremden Staatsverband

Wer nach dem 23.07.1913 eine fremde Staatsangehörigkeit auf Antrag (= aktive Abgabe einer auf den Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit gezielten Willenserklärung) erworben hat, hat die deutsche Staatsangehörigkeit im Zeitpunkt der Vollendung des Erwerbs der fremden Staatsangehörigkeit verloren. Bis zum 31.12.1999 trat der Verlust nicht ein, wenn der Betroffene (zivilrechtlichen) Wohnsitz im Inland hatte. Seit 01.01.2000 tritt der Verlust unabhängig vom Wohnsitz ein.
Die Möglichkeit der Erteilung einer Beibehaltungsgenehmigung bei Beantragung der salvadorianischen Staatsangehörigkeit ist nicht möglich, da das salvadorianische Staatsangehörigkeitsrecht den Verzicht auf die bisherige Staatsangehörigkeit zwingend vorschreibt.


2. Legitimationsloser Aufenthalt im Ausland

Dieser Verlusttatbestand war im Gesetz über die Reichs- und Staatsangehörigkeit vom 01.06.1870 geregelt und bis zur Reform dieses Gesetzes am 23.07.1913 wirksam.

Danach hat der deutsche Staatsangehörige, der sich mehr als 10 Jahre im Ausland aufhielt und sich nicht alle 10 Jahre in die bei den deutschen Botschaften, Gesandtschaften und Konsulaten vorliegenden Konsularmatrikel eintragen ließ, die deutsche Staatsangehörigkeit verloren. Dies gilt auch für volljährige Deutsche (über 21 Jahre), die bereits vor 1913 in El Salvador geboren wurden.

In der Praxis spielt dieses Gesetz eine Rolle, wenn die Staatsangehörigkeit von einem Vorfahren abgeleitet werden soll, der bereits vor 1913 ausgewandert ist. Die Konsularmatrikel aus El Salvador sind nur noch teilweise beim Auswärtigen Amt vorhanden.


3. Adoption durch einen Ausländer

Wer von einem Ausländer adoptiert wird und durch die Adoption dessen Staatsangehörigkeit erwirbt, verliert die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Verlust tritt nicht ein, wenn der Betroffene mit einem deutschen Elternteil verwandt bleibt.


4. Eintritt in die Streitkräfte eines fremden Staates

Wer nach dem 01.01.2000 aufgrund einer freiwilligen Verpflichtung ohne Zustimmung nach § 8 des Wehrpflichtgesetzes in die Streitkräfte eines ausländischen Staates eintritt, dessen Staatangehörigkeit er ebenfalls besitzt, verliert die deutsche Staatsangehörigkeit.

5. Entlassung und Verzicht

Wer eine fremde Staatsangehörigkeit erwerben will, kann sich, sofern dies für das Antragsverfahren erforderlich ist, aus der deutschen Staatsangehörigkeit entlassen lassen. Wer mehrere Staatsangehörigkeiten besitzt, kann auf die deutsche Staatsangehörigkeit verzichten. In beiden Fällen ist ein schriftlicher Antrag erforderlich, den die Botschaft an die zuständige Stelle in Deutschland weiterleitet.

Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit tritt beim Verzicht durch Aushändigung der Verzichtsurkunde ein, bei der Entlassung bei Aushändigung der Entlassungsurkunde. Die Entlassung ist allerdings unwirksam, wenn der Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit nicht innerhalb eines Jahres nach der Aushändigung der Urkunde erfolgt.

6. Legitimation durch einen Ausländer

Laut Urteil des Bundesverwaltungsgericht vom 29.11.2006 ist die bisherige Rechtsauffassung, dass bei nichtehelichen Kindern durch eine zwischen dem 01.04.1953 und dem 31.12.1974 erfolgte wirksame Legitimation durch einen Ausländer der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit eingetreten ist, nicht länger haltbar.

Wenn Sie zu dem betroffenen Personenkreis gehören, lassen Sie sich bitte gern in der Botschaft beraten.

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Nichterwerb bei Geburt im Ausland

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